Kapfenberg

Kapfenberg ist mit 23.181 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2015) die drittgrößte Stadt im österreichischen Bundesland Steiermark sowie größte Stadt im Gerichtsbezirk Bruck an der Mur und im politischen Bezirk Bruck-Mürzzuschlag. Die Stadt liegt zwischen Kindberg und Bruck an der Mur am Fluss Mürz im Mürztal. Im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark wurde am 1. Jänner 2015 die vormals eigenständige Gemeinde Parschlug eingemeindet.

Bekannt wurde die im Jahr 1145 zum ersten Mal urkundlich erwähnte Stadt vor allem durch die ansässige Stahlindustrie. Die Nähe zum steirischen Erzberg und Wasserkraft in ausreichendem Maße haben hier schon ab dem 15. Jahrhundert mehrere Hammerwerke entstehen lassen. Insbesondere seit der Übernahme der Werke durch die Gebrüder Böhler – heute Böhler-Uddeholm – im Jahr 1894 wurde der Weltruf als Stahlstadt begründet. Auch wenn die Herstellung von Stahl heute an Bedeutung verloren hat, ist Kapfenberg dennoch eine bedeutende Industriestadt geblieben; die örtlichen Betriebe gehören zu den wichtigsten Arbeitgebern der Region.

Oberhalb der Stadt thront die 1173 erstmals urkundlich erwähnte Burg Oberkapfenberg, auf der jährlich eines der größten Ritterfeste Österreichs stattfindet. Die in den Jahren nach 1992 restaurierte Burg und ein großes Angebot von Sportmöglichkeiten bilden den Mittelpunkt der touristischen Aktivitäten der Stadt.

 

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 6.122,79 Hektar. Die Gemeindegrenze hat einen Umfang von 45,1 Kilometern. Die Ausdehnung des Gemeindegebiets in Nord-Süd-Richtung beträgt etwa 8 Kilometer und in Ost-West Richtung etwa 12,4 Kilometer.

Kapfenberg ist in 13 Kastralgemeinden (KG) gegliedert, welche sich auf die drei Talschaften der Mürz, der Laming und des Thörlbachs aufteilen:

 
Karte mit den Katastralgemeinden (KG) von Kapfenberg
  • Arndorf ist mit 181,64 ha die kleinste KG von Kapfenberg und liegt im Lamingtal. 75 % der Fläche sind bewaldet. Früher Arpindorf (namensgebend war der Pfalzgraf Aribo, der 1020 nach Christus das Dorf geschenkt bekam) genannt, hat Arndorf seinen dörflichen Charakter weitgehend beibehalten.
  • Deuchendorf, eine ursprünglich dünn besiedelte und hauptsächlich landwirtschaftlich geprägte KG (588,77 ha), besitzt einige größere Wohnsiedlungen und mehrere landwirtschaftliche Betriebe, Seit 1939 entstanden die Ortsteile Schirmitzbühel und Apfelmoar, die sich in den letzten Jahrzehnten zu einer Art Satellitenstadt entwickelt haben. An der Grenze zu Sankt Lorenzen im Mürztal befindet sich das sich ständig vergrößernde Einkaufszentrum Euromarkt.
  • Die KG Diemlach (230,00 ha) besteht größtenteils aus dem ehemaligen Werksgelände der Felten & Guilleaume AG, dem Frachtenbahnhof, einigen Siedlungen und dem Diemlachkogel (714 m ü. A.).
  • Einöd (830,59 ha) ist zu 92 % gebirgig und bewaldet. Hier befinden sich mit dem Floning der höchste Punkt von Kapfenberg und die Rettenwandhöhle.
  • Die KG Hafendorf (467,40 ha) erfuhr im letzten Jahrhundert eine grundlegende Veränderung. Während sie früher äußerst spärlich besiedelt und die Flächen zumeist landwirtschaftlich genutzt waren, ist die KG mittlerweile die dichtest besiedelte von Kapfenberg geworden. Der frühere Name Hafnerdorf ist ein Hinweis auf das Hafnerhandwerk, das hier ansässig war. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurde 1938 unter den Nationalsozialisten mit dem Bau der Hochschwabsiedlung (namensgebend war, abgesehen von der gleichnamigen Gebirgsgruppe, der Deckname einer nationalsozialistischen Untergrundgruppe aus der Zeit der Illegalität von 1933 bis 1938 gewesen) begonnen. Ab 1965 entstand die Siedlung Walfersam.
  • Pötschach (265,28 ha) enthält einen Teil des Werkes VI, das größtenteils zu Krottendorf (siehe unten) gehört. Außerdem entsteht hier auf einem ehemaligen Gelände der Firma Böhler mit 150.000 m² ein Industriepark.
  • In der KG Kapfenberg (412,08 Hektar) befinden sich das alte (Altstadt mit Hauptplatz) und das neue Zentrum (Europaplatz) der Stadt, der Schlossberg mit der Burg und das Sportzentrum.
     
     
Schloss Krottendorf, Lith. um 1830, J.F.Kaiser, Graz
  • Krottendorf (332,63 ha) ist nach dem gleichnamigen Schloss, ursprünglich eine Wasserburg, benannt. Auf dem größten Teil der Bebauungsfläche befindet sich das Werk VI von Böhler. In nicht mehr benötigten Gebäuden des Werkes VI ist derzeit unter anderem die FH Joanneum untergebracht.
  • Das Gebiet der KG Pötschen (242,36 ha), der am ursprünglichsten erhaltenen KG, ist zu 62 % bewaldet. In ihr liegen einige große landwirtschaftliche Betriebe.
  • Schörgendorf besteht zu 60 % der Fläche (560,57 ha) aus Wald. Der ursprüngliche Name von Schörgendorf war Schergendorf, also das Dorf mit einem Dorfrichter.
  • Das Gebiet der KG St. Martin (327,06 ha) ist das älteste Siedlungszentrum der Stadt. Um die Kirche St. Martin liegt der städtische Friedhof. In der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts war hier das Kurhotel Steinerhof und der benachbarte Fürstenhof mit angeschlossener Wasserheilanstalt, die jedoch mit dem Ausbau der Stahlerzeugung und der daraus folgenden Luftverschmutzung aufgegeben wurden. Der westliche Teil der Hochschwabsiedlung und der Ortsteil Redfeld befinden sich ebenfalls in dieser KG.
  • Stegg ist mit 767,16 ha Wald bei 824,92 ha Gesamtfläche die am stärksten bewaldete KG. Im Süden der KG führt die Tragößerstraße L 111 nach Sankt Katharein an der Laming und Tragöß.
  • Winkl ist mit einer Fläche von 859,48 ha die größte KG von Kapfenberg. Hier liegt der Hauptteil der Böhler-Stammwerks.